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Der depressive PTA 

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Was Thorsten Sträter, Kurt Krömer und andere, als Prominente mit ihrer Öffentlichkeitsarbeit zum Verständnis für Depressionen und somit gegen das Stigma beitragen, ist enorm.
Möchtest du nicht auch am liebsten sagen, das kenne ich, oder so war es bei mir? Du möchtest mitreden, stimmt's?Möchtest Du, falls nicht betroffen, mehr erfahren, oder gegebenenfalls auch erzählen, wie es als Angehörige*r ist? 
Wir sind viele und die Bandbreite an psychichischen Erkrankungen inklusive der Ursachen dafür, ist unglaublich vielfältig.Wir alle sollten erzählen, uns auszutauschen und aufklären, auch mit oder als Angehörige*r/n.
Ich selbst als Selbstbetroffener von Depressionen, leichten manischen Zügen und einem viel zu spät diagnostizierten ADHS bin inzwischen therapieerfahren und habe mich auch vor meinem Blogg mit einem sehr offenen Umgang und bisher leider nur wenigen aktiven Engagements bei Aktionen anderer (Organisationen) zu verschiedenen Themenbereichen für die Öffentlichkeitsarbeit und gegen das Stigma eingesetzt.Als PTA kann ich zudem einiges zum Bereich der Psychopharmaka beitragen und Aufklärung leisten, oder auch die ein oder andere Erfahrung im Gespräch mit betroffenen Kund*innen, oder Rezepten teilen.
Wir, die Angehörigen, Interessierte und alle anderen benötigen viel mehr Möglichkeiten zum Austausch, damit Vorurteile abgebaut werden können, gegenseitiges Verständnis entsteht und ein ehrlicher respektvoller Umgang möglich ist.
Damit ich in Zukunft mit diesem Anliegen erfolgreich bin, unterstütze mich und beteilige Dich gerne durch Kommentare oder auch Mail(s) an mich, am Diskurs oder erzähle Deine Geschichte, Deine Erfahrungen. Sag mir, was Dich interessiert. 
Euer depressiver PTA

 

Von Impfimmunität, zu ADHS und Ohnmacht.

Aktualisiert: 25. Mai 2021


Hallo,

ich bin der depressive PTA mit dem




Und dieses hier ist mein erster eigener Artikel in meinem Blog, der Euch hoffentlich gefallen wird.


Die Website steht noch nicht ganz optimal, muss jetzt aber erstmal so gehen. Ich hoffe, Ihr stört Euch nicht allzu sehr daran.

Eigentlich wollte ich in meinem ersten Beitrag, ein wenig von mir erzählen, worum es mir geht und was Ihr von mir erwarten könnt, etc.

Na ja, was soll ich sagen:

“Erstens kommt es immer anders und zweitens, als man drittens denkt.“

Angefangen hat es heute mit einem geposteten Bild von der Tagesschau auf FB, geteilt von einer Bekannten.


Anstatt jetzt einfach nur den folgenden ersten Satz zu schreiben:

“Leider war es, von Vornherein zu erwarten.“

Fing ich an zu schreiben, wie so oft kam ein Gedanke nach dem nächsten. Endergebnis ist das Folgende. Wer entsprechende Berichte, die anfangs sogar Christian Drosten im NDR-Podcast in Frage stellte, über Mehrfachinfektionen, bereits schon von Anfang an in China, verfolgt und im Kopf behalten hat, dem war spätestens mit den eindeutig gesicherten Fällen in anderen Ländern klar: Das wird ein langer und extrem harter Kampf.

Zwischenzeitlich war ich mir nicht mal sicher, ob die Impfstoffe, bei den sich abzeichnenden Immunitäts-Problemen, insbesondere im Zusammenhang mit den recht schnell entstehenden Mutationen und (immer noch relevant) drohenden Escape – Varianten, überhaupt abschließend entwickelt würden.

Ich muss zugeben, dass ich genauso wie meiner Meinung nach auch viele Wissenschaftler, oder im Gesundheitswesen Tätige, das Ausbruchsgeschehen nicht richtig eingeordnet habe.

Und glaubt mir, viele wussten es, dass irgendwann eine solche neue „Pest“ entstehen würde.

Dass das gerade im Moment der drohenden Überbevölkerung in Zeiten der Klimakrise dazu kam, hat mich nicht überrascht. Dass es einen nationalen Pandemie-Plan gibt, der nach der Schweinegrippe auch noch mindestens einmal umfassend angepasst wurde, wusste ich zwar, inhaltlich war er mir aber quasi nicht bekannt.

Auch Zoonosen waren mir bereits ein Begriff.

Wenn’s dann aber wirklich so weit ist, wird die Möglichkeit erst einmal beiseite geschoben.

Aus Angst vor dem, was wir über Viren, auf die unser Immunsystem naiv reagiert, wissen und wussten, oder aus Angst vor einer weltweiten Panik, die uns auch wirtschaftlich in den Ruin hätte treiben können?

Was es auch immer war, ich selbst kann es jetzt nicht mehr genau sagen🤷.

Fast sicher bin ich mir inzwischen trotzdem, dass wir wohl auch unsere kühlen Köpfe und (falsch) relativierenden Stimmen brauchten, um uns einen Gesamtüberblick zu verschaffen, und logisch an das Problem heran gehen zu können.

Fest steht aber auch, wir haben zu sehr, zu laut und zu lange relativiert, mit dem Erfolg, dass jetzt ein zu großer Anteil der anderen weiter relativiert und die, jetzt wiederum zurecht als bedrohlich einzustufenden, Erkenntnisse gerne überhört.

Tenor:

„Wieso, ihr habt uns doch selbst gesagt, es ist nur eine ungefährliche Grippe und habt mich zurecht beruhigt. Es gibt nur „wenige“ Todesfälle, persönlich kenne ich auch niemanden mit Corona oder wenn, dann nach dem Motto:

"Charly, hat gesagt, sein Vater hat gesagt….

Und Überhaupt, von schweren Verläufen habe ich in meinem Umkreis schon gar nichts mitbekommen, im Gegenteil eigentlich alle berichten von (fast) asymptomatischen Infektionen, allenfalls von grippeähnlichen.

Nach der ersten Welle hat es mich nicht mehr interessiert und alle weiteren Maßnahmen sind völlig überzogen. Das Leben muss jetzt doch weiter gehen und wenn was über Corona in den Nachrichten kommt, schalte ich genervt um. Wir wissen doch jetzt wirklich alles, was wollt ihr eigentlich noch?“


Hier greift zumindest schon mal das Präventionsparadoxon. Fälle die durch Prävention verhindert werden, können zahlenmäßig weder genau ermittelt werden, noch mit absoluter Genauigkeit in eine Statistik einfließen. Lediglich Modellierungen können einen ungefähren Schätzwert unter Einbringung anderer klar definierter mitbestimmenden Faktoren hervorbringen. Zur Bestimmung von zu ergreifenden Maßnahmen in der Prävention sind Modellierungen sinnvoll. Zur Verwertung in einer Studie mit zu erhebenden Statistiken, sind sie, glaube ich im Prinzip wertlos. Vielleicht wird man mal in irgendwelchen Geschichtsbüchern/-publikationen einen, oder mehrere Schätzwerte finden. Sicher wäre ich mir da aber eher nicht.

Mir ist wirklich bewusst, dass es zwischen dem einen und anderen Extrem durchaus viele Grautöne gibt. Die hohen Inzidenzen sind/waren ja da und Maske und Maßnahmen erinnern uns täglich daran.

Und doch fangen die meisten Menschen ganz automatisch an, „abzuschotten“, um sich mental gesund zu halten. Niemand von uns hält jeden Tag rund um die Uhr Schreckensnachrichten, Angst und Terror aus. Bei zu starker Belastung schaltet unser Hirn ganz von alleine ab und unser Körper funktioniert einfach.

„Das Trauma wird zum Selbstschutz verschüttet.“

So ist es auch nicht verwunderlich, dass ein recht großer Anteil nichts von #LongCovid/Kids gehört hat, oder kaum weiß, was es bedeutet.

Diejenigen, die wie ich, ihren ersten Schock über das eingetretene, aber grundsätzlich für möglich gehaltene Worst Case - Szenario, schnell überwinden konnten, sind in die nötige Offensive gegangen.

Wir lesen, informieren uns, forschen und/oder klären auf....

Wir möchten gewappnet sein, uns bestmöglich schützen. Und ja, auch mit dieser offensiven Bewältigungsstrategie lenken wir uns zumindest im geringen Maße ab.

Auch hier ist ein gewisses Paradoxon erkennbar, bei dem ich zumindest durch meine Teilnahme an einer spezialisierten Psychoedukationsgruppe, im Anschluss an meine ADHS-Diagnose, vor nun fast drei Jahren, mit Sicherheit weiß, dass es eine, der in dem Zuge positiven, meistvorhandenen Eigenschaften eines ADHS ist.

Während uns bei langweiligen Routineaufgaben eine schlechte Konzentration im Wege steht und nicht selten einen fast unbändigen “Inneren Schweinehund“ bescheren, der uns wiederum strukturiertes Planen fast unmöglich macht, (ich habe wirklich ein Riesenexemplar davon zu Hause, der nicht selten morgens schon vor meinem Bett liegt, Aufstehen ist dann erstmal unmöglich), drehen wir bei schweren Aufgaben und Krisensituationen richtig auf.

Ein Großteil der “Normalos“ dagegen, die sich im alltäglichen Leben wunderbar zurecht finden, (sie gehören im Kindes-/alter meist zu den Beliebten), sind mit einer hochkomplexen strukturellen Krise teilweise (schnell) überfordert, etliche müssen sich mental abschotten, oder können nur bedingt eigenständig zur Gesamtlösung beitragen.


Ich bin jetzt plötzlich hoch konzentriert, im Tunnelmodus mit klarem Ziel, von der Herausforderung "angefixt“, kann für mich sinnvolle Strukturen in einem, für andere zu unstrukturiertem Gebilde sehen. Denn letztlich ist es wohl nicht so, dass wir gerade Linien brauchen, wohl aber ein einziges großes klares Ziel am Ende und mit vielen kleinen deutlichen Zwischenetappen, für die wir am liebsten noch knifflige Aufgaben lösen.

Jetzt ist endlich unser Können und unsere Erfahrung gefragt. Ich bin in diesem Moment gerade nicht mehr der Außenseiter, hier ist "Nerdwissen" gefragt.


Man sagt uns sogar nach, dass wir eher in ähnlich logischen Strukturen wie ein Computer denken, mit hochkomplexen Schaltkreisen. Gerade Linien, aber in der Gesamtheit eher verwirrend.


Mein Hund völlig genervt von meiner plötzlichen Agitiertheit trollt sich ganz von alleine zu dem jetzt ruhigeren “Normalo“ und blockiert ihm die sonst so einfach zu gehenden Wege. Für das vorübergehende Hundesitting bin ich ihm sehr dankbar🙏 . [Hier sei angemerkt, dass es viele Menschen mit ähnlichen oder ähnlich effektiven Strukturen, Denkmustern und Strategien zur Überwindung von (hochkomplexen) Aufgaben und Krisen gibt. Vieles des Folgenden bezieht sich ebenfalls auf diese Menschen.]

Gleichzeitig haben wir durch die Handlungsfähigkeit in der Krise das Gefühl der Kontrolle und fühlen uns dem nicht schutzlos ausgeliefert, wir können anderen vielleicht sogar noch helfen, ein wahrhaft tolles Gefühl, wenn man gebraucht wird. Wir haben keine Panik, sondern nötigen Respekt vor dem Virus.

Aber absolute Kontrolle ist ein Trugschluss und eine Utopie.

Denn wir rechnen nicht mit dem Politiker, der trotz klarer Faktenlage immer in allem und für alles Kompromisse sucht, wir sehen mehr und mehr, dass ein zu großer Anteil der Bevölkerung unserem für uns extrem klaren und deutlich hervortretenden Weg, so steil und steinig er auch ist, (gedanklich) nicht folgen kann oder will. Überzeugen können wir andere aber auch nicht, in sozialen Fragen waren wir meistens eh nicht gut. Sie sehen ja auch nicht die Notwendigkeit, die Mühen für ein, in ihren Augen dagegen unverhältnismäßig kleines Risiko, einzugehen.

Da uns wiederum bewusst ist, dass wir aber möglichst geschlossen diesen steinigen Weg gehen müssen, um gleichzeitig so wenige, wie möglich unterwegs zu verlieren, steigt in uns jetzt doch wieder das Gefühl, es nicht kontrollieren zu können, hoch.

Unsere immer lauter werdenden und verzweifelt klingenden Appelle und Hilfeschreie wirken für andere wie Angst vor dem Virus, sind in Wirklichkeit aber Ohnmacht gegenüber der Realität, nämlich dem Kontrollverlust.

Nichts ist schlimmer, als wenn Du den Weg und das Ziel vor Dir klar erkennen kannst, aber gleichzeitig weißt, dass Du dieses Ziel nur schwerlich erreichen kannst, denn es liegt in einer globalen Pandemie, nicht allein in Deiner Hand. Zusammen können wir es aber schaffen, wenn wir einander mindestens vertrauen. #GibCovidkeineChance Deshalb bleibt gesund 💚.

Euer depressive PTA mit Schweinehund




 



Beim nächsten Mal hoffentlich:

Etwas über mich, worum es mir geht und was Ihr von mir erwarten könnt, etc.

 

Weitere Aussichten:

Schwarzer Hund und Schweinehund, die Begleiter von Depressionen und ADHS


Warum mich mein Hund nicht zur Arbeit begleitet




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